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Kinder und Opern


  1. Konzert von Kinder und Opern e.V.
27. April 2008, 11.00 Uhr, Kl. Konzertsaal Gasteig
Moderation Margaretha Baumgartner, Schauspielerin, Sängerin
Kinder und Opern
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Informationsblatt zum 1. Schülerkonzert von Kinder und Opern am 27.4.08 um 11h im Kleinen Konzertsaal des Gasteig

1. Teil

Was ist eine Operette?

Die Operette (ital., wörtlich: "kleine Oper") ist ein musikalisches Bühnenwerk. Die Bezeichnung gibt es seit dem 17. Jahrhundert. Bis zum 20. Jahrhundert hat sie einen erheblichen Bedeutungswandel erfahren.

Im 17./18. Jahrhundert bedeutete Operette die "geringere" Oper, entweder weil sie kürzer war als andere Opern und weil sie "bloß" eine Komödienhandlung hatte.
Jene Werke, die heute im engeren Sinn als Operetten bezeichnet werden, entstanden um die Mitte des 19. Jahrhunderts in der Unterhaltungskultur von Paris und Wien, den damals größten Städten in ihren Sprachgebieten. Die Glanzzeit der Operette dürfte um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert gewesen sein.

"Die Fledermaus" von dem österreichischen Komponisten Johann Strauß ist eine solche Operette: Die Geschichte werdet Ihr im Konzert erfahren.

Das erste Stück "Chacun à son goût" ("Jeder, wie es ihm passt") spielt auf dem Ball des reichen Prinzen Orlowsky, der trotz seiner Reichtümer oder vielleicht gerade ihretwegen in dauernder Langeweile lebt. Alle amüsieren sich glänzend an diesem Abend, außer dem Prinzen selbst.

Im Gegensatz zu diesem lustigen Lied, heißt das zweite Stück "Va!"Laisse couler mes larmes", auf Deutsch: "Geh! Lass meine Tränen fließen!". Es ist eine Arie der Hauptfigur Charlotte aus der Oper "Werther" von dem französischen Komponisten Jules Massenet. Dort geht es um die traurige Liebesgeschichte von Charlotte und ihrem geliebten Werther. Die beiden werden keine gemeinsame Zukunft haben. Aus Trauer darüber singt Charlotte diese Arie. Musik drückt also nicht immer nur Freude aus. Jedes Gefühl, auch Trauer, kann durch Musik transportiert werden.

Was ist eine Oper?

Als Oper (von ital. opera in musica, "musikalisches Werk") bezeichnet man seit etwa 1650 eine musikalische Gattung des Theaters, in der eine Geschichte durch Musik gestaltet wird.

Was ist eine Arie?

Unter einer Arie (von italienisch aria "Weise, Luft", dies zu lateinisch aera von aer "Luft") versteht man ein, von einer Person vorgetragenes Gesangsstück, das von Instrumenten, also von einem Klavier oder von einem Orchester, begleitet wird. Meistens ist eine Arie Teil eines größeren Werkes wie einer Oper oder eines Oratoriums. Die Arie vermittelt die Gefühle und Stimmungen einer Person. Eine Arie für zwei Gesangsstimmen heißt Duett, für drei Terzett, für vier Quartett.

Das dritte Stück ist "Connais-tu le pays ou fleurit l'oranger?", also "Kennst du das Land, in dem die Orangen blühen?". Diese Arie stammt aus der Oper "Mignon" von dem französischen Komponisten Ambroise Thomas. Das Mädchen Mignon wächst fern von ihrer Heimat auf, aber in diesem Lied erinnert sie sich an das wunderschöne Land, in dem sie geboren ist und möchte dorthin zurück. Welches Land könnte das nun sein?

Nach diesen drei ersten Arien, die Euch ein wenig durch die Operette und Oper geführt haben, folgen nun 6 Lieder.
"Dein blaues Auge" von Johannes Brahms
"Das Veilchen" von Wolfgang Amadeus Mozart
"Der Tod und das Mädchen",
"An die Musik" und
"Seligkeit" von Franz Schubert
"Mariä Wiegenlied" von Max Reger

Was ist ein Lied?

Der Begriff Lied (v. althochdt.: liod Gesungenes) bezeichnet ein gesungenes musikalisches Lied, das aus mehreren gleich gebauten gereimten Strophen oder einer auskomponierten variierenden Melodie für jede Strophe besteht. Das Lied stellt die ursprünglichste und schlichteste Form der Lyrik (Dichtung) dar. Im Lied findet das menschliche Gefühl in seinen Stimmungen und Beziehungen eine reine und intensive Ausdrucksmöglichkeit. Deshalb gibt es traurige Lieder und auch fröhliche Lieder.

Der erste Teil des Schülerkonzerts wird von zwei weiteren Arien beendet. Nämlich von der Habanera aus "Carmen" von dem französischen Komponisten Georges Bizet (Die Zigeunerin Carmen versucht durch ihre Arie die Liebe des Polizisten Don José zu gewinnen) und einer Oratorienarie des modernen Oratoriums "Mass" von Leonard Bernstein.

Was ist ein Oratorium?

Der Begriff Oratorium stammt vom italienischen "oratorio" ab, das ursprünglich - wie auch das deutsche Wort - einen Gebetssaal bezeichnete. Dort wurden diese geistlichen Werke anfänglich auch aufgeführt.

2. Teil

Antonio Vivaldis Violinkonzerte haben schon den ersten Anflug von Virtuosentum, obwohl es zur Barockzeit, als diese Konzerte entstanden, weder diesen Begriff noch diese Kompositionsziele gaben. Bewundern wir diesen Komponisten lieber von der Seite, mit der Vermittlung des Geigenspiels unendlich vielen Waisenkindern Venedigs eine Perspektive zu bieten.

Die Salzburger Symphonien von Mozart stellen ein Unikum in der symphonischen Musik dar. Mag es der Mangel an Bläsern gewesen sein, die der Auslöser für diese Kompositionen waren, denn in der Regel gibt es keine Symphonien ohne Bläser. Herrschte allzu großer Musikermangel am Fürstenhof, so konnte man diese Symphonien so wie wir sie heute hören in Streichquartett-Besetzung spielen.

Die Querflöte, die in der symphonischen Musik Mozarts eher eine orchestral untergeordnete Orchesterrolle spielte, verzaubert uns und unsere Ohren heute mit einem wunderbaren lyrischen Melodiebogen, begleitet von einer Streichergruppe als Solo-Instrument.

Wurden zur Zeit Mozarts Teile großer Opern für kleinere und ärmere Fürstenhöfe zu Harmoniemusiken umgeschrieben, erleben wir heute die Nachwuchssopranistin Isabella Standl (Mozarteum Salzburg) mit zwei Arien von Händel bzw. Mozart, begleitet vom Schulorchester des Max-Josef-Stifts, welches unter dem traurigen Verzicht von Bläserstimmen diese verantwortungsvolle Aufgabe trotzdem fast authentisch musikalisch bewerkstelligt.

Mit musikalischer Schonkost und einer gewissen Spitzbübigkeit mozartischer Divertimentis verabschiedet sich das Schulorchester des Max-Josef-Stift mit einer Sinfonia von Luigi Boccherini.


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