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Schloßplatz in Stuttgart
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Solistenkontert um seine neue CD "Dragon Songs" am 17. 6. 2007

Die Presse berichtet

Schwäbische Zeitung, 19.06.2007
Laupheimer Musikschüler treffen den Starpianisten Lang Lang
Essen hilft gegen Lampenfieber

LAUPHEIM - Unverhofft kommt nicht unbedingt oft, aber für 27 Schüler der Musikschule Gregorianum ergab sich kurzfristig der Glücksfall, den chinesischen Starpianisten Lang Lang am Sonntag bei seinem Open-air-Konzert im Ehrenhof des Neuen Schlosses in Stuttgart spielen zu hören. Anschließend durften sie ihn sogar persönlich kennen lernen. Von unserer Mitarbeiterin Margot Müller

Lang Lang, geboren 1982, soll bereits im Alter von zwei Jahren mit dem Klavierspiel begonnen haben. Mit fünf gab er sein erstes öffentliches Konzert und errang in den folgenden Jahren nationale und internationale Erste Preise für sein Können. Der Durchbruch an die Spitze gelang ihm 1999, als er kurzfristig für den erkrankten André Watts am Ravinia Festival in Chicago teilnahm. Dort brillierte er mit dem Klavierkonzert Nr. 1 von Tschaikowski, das er nach Beethovens Klavierkonzert Nr. 1 auch in Stuttgart zusammen mit dem Gulbenkian Orchester Lissabon musizierte. Mit unbeschreiblicher Virtuosität und dem Einsatz des ganzen Körpers sowie mit Humor nahm er tausende von Zuhörern mit seinen überraschenden Interpretationen für sich ein.

Auch die Laupheimer Musikschüler konnten sich dem Charme des Künstlers nicht entziehen. Nach dem Konzert erhielten sie die Gelegenheit, ihm persönlich zu begegnen und Autogrammkarten signieren zu lassen. Vor allem die Mädchen umringten den jungen Mann, der Frack und Fliege gegen Jeans, Polo-Shirt und Turnschuhe getauscht hatte. Und Lang Lang erwies sich als ein überaus sympathischer Star ohne Starallüren. Dem einen Kind fasste er neckisch in die Haare, dem anderen legte er den Arm auf die Schultern, dann wieder schnitt er eine lustige Grimasse. Ob er nervös vor Konzerten sei? Nein, antwortete der Pianist und verriet, wie er das Lampenfieber überlistet: einfach etwas essen vor dem Auftritt.

Happy birthday, lieber Lang Lang

Auch das obligatorische Gruppenfoto im Kreise der Laupheimer und einer Stuttgarter Klasse konnte aufgenommen werden. Plötzlich legte eine Dame dem Pianisten eine Papiergirlande aus den Worten "HAPPY BIRTHDAY" um den Hals, was seine neuen Fans umgehend zu einem Geburtstagsständchen anregte: 25 Jahre jung ist Lang Lang soeben geworden.

Dieses unvergessliche Erlebnis verdanken die Musikschüler und die begleitenden Lehrer Dorothea Werner und Helmut Zeihsel dem gemeinnützigen Verein Kinder und Opern e. V., der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Kindern im Alter von 9 bis 14 Jahren mit musikalischer Vorbildung den kostenlosen Besuch herausragender Aufführungen und das Zusammentreffen mit Künstlern zu ermöglichen. Eigentlich waren die Karten diesesmal einer Klasse aus Stuttgart zugesprochen worden, doch der verantwortliche Lehrer erkrankte. Dr. Marianne Müller aus Laupheim, Mitglied im Vereinsvorstand, bewirkte indes, dass die beinahe dem Verfallen preisgegebenen Konzertkarten der Musikschule Gregorianum zugute kamen.
Ein Autogramm, bitte! Nach dem Konzert umringten die Musikschüler den Pianisten Lang Lang, der sich als "Star zum Anfassen" erwies.
Weitere Informationen sind im Internet unter www.kinderundopern.de und www.lang-lang.com (auf Englisch) zu finden.


Schwäbische Zeitung, 23.06.2007
SZ-Interview mit Dr. Marianne Müller, Vorstandsmitglied des Vereins "Kinder und Opern"
Stars und Sponsoren stellen Karten zur Verfügung

LAUPHEIM - 27 Schüler der Musikschule Gregorianum haben am Sonntag den chinesischen Starpianisten Lang Lang in Stuttgart hören und persönlich kennen lernen dürfen - auf Einladung des Vereins "Kinder und Opern e. V.", der Kindern den kostenlosen Besuch hochkarätiger Aufführungen und Konzerte und das Zusammentreffen mit Künstlern ermöglicht (die SZ berichtete). Im Gespräch mit Roland Ray berichtet das Vorstandsmitglied Dr. Marianne Müller aus Laupheim über die Arbeit des Vereins.

Frau Dr. Müller, seit wann gibt es "Kinder und Opern" und wie ist der Verein entstanden?
Als gemeinnützigen Verein gibt es "Kinder und Opern" seit Januar 2007. Hervorgegangen ist der Verein aus einer Privatinitiative des Münchner Geschäftsmanns Rainer C. Klose; das ist sein Werk. Herr Klose ist im Bereich Medien und Veranstaltungen tätig. Vor ein paar Jahren begann er seine guten Kontakte zu nutzen, um Schülern mit erweitertem Musikunterricht aus München und Verona den kostenlosen Besuch von Opernaufführungen in beiden Städten zu ermöglichen, mit eigenen Mitteln und mit Hilfe von Sponsoren. Die Aktivitäten haben sich dann schnell ausgeweitet. Von August 2004 bis Ende 2006 wurden mehr als 1000 Kinder eingeladen.

Was möchte der Verein bewirken und wer kommt in den Genuss der Förderung?
Wir möchten Kinder im Alter von neun bis 14 Jahren für klassische Musik begeistern. Sie sollen eine musikalische Vorbildung haben - das erleichtert ihnen den Zugang und sie haben bereits eine Vorstellung davon, wie hart man arbeiten muss, um als Musiker oder Sänger zu glänzen. Außerdem: Die wenigsten jungen Familien können sich die horrenden Eintrittspreise leisten, um Weltstars aus Oper und klassischer Musik zu hören. Da wollen wir den Weg frei machen.

Wie bekommt der Verein das nötige Geld zusammen?
Ein Gutteil kommt von Wirtschaftsunternehmen, Agenturen und Veranstaltungshäusern, bei denen die Idee von "Kinder und Opern" großen Anklang findet. Nicht wenige Stars stellen auch selber Karten zur Verfügung. Das war bei Lang Lang in Stuttgart der Fall, und auch Anna Netrebko ist in diesem Punkt sehr großzügig.

Die Künstler identifizieren sich also mit Ihrer Idee?
Und wie! Gerade die Jüngeren genießen das Zusammentreffen mit den Kindern, und für die Kinder ist genau das der Extra-Kick und ein besonderer Ansporn, fleißig zu üben. Davon abgesehen finden es meine Vorstandskollegen und ich einfach herzerfrischend, wenn nicht nur ältere Semester im Opernhaus oder Konzertsaal sitzen, was ja überwiegend der Fall ist. Die Begeisterung von Kindern verschafft sich Luft, da wird auch mal spontan geklatscht.

Wie sind Sie zu "Kinder und Opern" gekommen?
Durch meine Bekanntschaft mit Herrn Klose.

Dann verdanken die Laupheimer Musikschüler vor allem Ihnen den unvergesslichen Abend mit Lang Lang?
Das hatte schon damit zu tun, dass ich in Laupheim wohne. Dass es vorigen Sonntag geklappt hat, war allerdings Zufall; ursprünglich sollte eine Stuttgarter Schule die Karten bekommen, sie wurden kurzfristig frei. Verdient hatten es die Laupheimer Kinder aber allemal. Wir haben eine so tolle städtische Musikschule hier, und auch die Schlagzeugschule, andere private Schulen und die Musikvereine leisten hervorragende Arbeit. In Laupheim geht musikalisch richtig viel; das ist grandios für eine Stadt dieser Größe und findet doch nur selten Unterstützung.

Sind weitere Konzertfahrten mit Laupheimer Kindern geplant?
Ja, im Sommer wollen wir jeweils 15 Kinder zu "Tosca" nach Bregenz und zu "Aida" nach Verona einladen. Die Planung steht, lediglich für die erste Etappe der Verona-Reise nach München brauchen wir noch einen Sponsor. Beide Aktionen sollen wieder dem Gregorianum zugute kommen.

Dürfen auch andere Musikschaffende in der Region bei "Kinder und Opern" anklopfen?
Selbstverständlich. Unsere Angebote sind prinzipiell für alle Schulen und Musikvereine gedacht, sie können sich bei uns bewerben. Wir schauen dann, was möglich ist.


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