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Kinder und Opern

  Hatte noch die Generation der Babyboomer zum Großteil die Traditionen ihrer Eltern und Großeltern übernommen, klassische Musik als wesentlichen Bestandteil ihrer Ausbildung und Bildung zu pflegen und somit das europäische Kulturgut zu bewahren und weiterzugeben, so hat sich schon die darauf folgende Generation eher anderen Werten verschrieben wie Fernsehen, Popmusik, Computerspielen und Festivals der leichten Muse.
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Opern- und klassische Musik werden dabei mehr denn je in eine Nische gedrängt und den Kindern kaum noch vom Elternhaus angeboten, aber auch nicht von der Schule bzw. deren Lehrern. Der Bruder (Oberstudienrat) einer der Initiatoren beispielsweise wurde zu den Opernfestspielen nach Verona eingeladen, lehnte jedoch - obschon selbst aus musikalischem Hause - ab, mit dem Einwand, das würde ihn nicht interessieren, es wäre hinausgeworfenes Geld. Das ist ein Extremfall, aber es kommt eben auch vor.

Natürlich ist das heutige Angebot an Veranstaltungen jeglicher Art um ein Vielfaches größer als zur Zeit der Babyboomer. Jeder Ort, der etwas auf sich hält, hat ein Sommerfestival - und nicht nur Pop-Festivals. Doch die Eintrittspreise sind oftmals exorbitant hoch, während die Sparsamkeit der Konsumenten aufgrund der unsicheren Wirtschaftslage und der steigenden Angst um den Job wächst. Das Ergebnis ist, es werden hauptsächlich Popkonzerte besucht, es bleibt nur noch wenig für klassische Konzerte und Opern übrig, zumal hier oft die Empfehlung aus Elternhaus und Schule fehlen. Bach, Beethoven, Mozart, Wagner, Verdi und viele andere Komponisten schrieben Musik für Konzerte und Opern, die auch heute noch als Wiege unserer abendländischen Kultur anzusehen sind und sich ihre Schönheit bewahrt haben, vor allem wenn die Interpretation von hervorragender Qualität ist. Pop-, Rock-, Jazz-, Schlager- und Volksmusik haben natürlich ebenso ihre Daseinsberechtigung, aber diese Musik ist eher vergänglich.

Anfragen bei diversen Opernhäusern haben ergeben, dass das durchschnittliche Alter der Besucher, bedingt durch die größere Lebenserwartung, immer höher wird. Die Anzahl der jungen Besucher nimmt dagegen nicht zu, sondern eher ab.

Neueste wissenschaftliche Untersuchungen über das Fernsehverhalten der Zehn- bis 15-Jährigen ergaben, dass diese in Deutschland pro Tag 118 Minuten vor der Mattscheibe sitzen, was in vielfacher Hinsicht schädliche Folgen für die Kinder hat: Mangelnde Bewegung in Verbindung mit veränderten Essgewohnheiten bewirken, dass sie immer fetter werden. Eine Entwicklung, die sich im späteren Leben kaum noch ändern lässt, auch wenn sich der Fernsehkonsum vermindert. Ebenso negativ ist jedoch die Einengung des geistigen Horizonts zu werten. Die Kinder verlieren teilweise den Bezug zur realen Welt, denn ihre Welt ist das Fernsehen. Verantwortungsvolle Eltern können jedoch die Erziehung ihrer Kinder, ihres höchsten Gutes, nicht Fernsehmachern überlassen und auch nicht der Schule, hier ist die Eigeninitiative der Eltern gefragt. Um ihnen das zu erleichtern, wurde die Initiative "Kinder und Opern" ins Leben gerufen.

Unternehmen, die sich um Kultur und Kulturtourismus verdient gemacht haben und daran auch verdient haben, fühlen sich verpflichtet, Kindern den Zugang zu herausragenden Opernfestspielen wie den Münchner Opernfestspielen und dem Festival der Arena von Verona kostenlos zu ermöglichen, um in ihnen ein Bedürfnis nach dieser Musik zu wecken und langfristig auch Besucher von Opern zu generieren. Ein solches Erlebnis im Kindesalter kann nachhaltige Wirkung erzeugen. Die Initiatoren wissen, wovon sie sprechen: So hat einer von ihnen im Schulalter die Gelegenheit und das Glück gehabt, Hans Hotter am Braunschweiger Opernhaus kennen zu lernen, wodurch ein großes Interesse an der Oper und klassischer Musik nachhaltig geweckt wurde. Als der Initiator dann Mitte der siebziger Jahre den Impressario von Vladimir Horowitz in New York kennen lernte und über ihn auch Maestro Horowitz und seine Frau Wanda, ergab sich ein fast schon freundschaftliches Verhältnis, in dessen Folge 1977 das erste Mal ein Konzert von Vladimir Horowitz in der Carnegiehall in New York auch europäischen Gästen zugänglich gemacht wurde. Prof. Joachim Kaiser war ebenfalls bei diesem Konzert zugegen und ermutigte den Initiator Maestro Horowitz zu einem Konzert in Europa zu bewegen, das dann auch ein paar Jahre später in London stattfand.

Als erster Versuch wurde die Grundschule an der Jenaer Straße in München Moosach eingeladen, 30 Schüler am 4. 8. 2004 zum Konzert mit Placido Domingo im Rahmen der Opernfestspiele in Verona einzuladen. Innerhalb eines Tages waren alle Plätze in Anspruch genommen, es konnten längst nicht alle interessierten Kinder berücksichtigt werden. Das Feedback der Eltern der Kinder sowie der Behörden in Verona und München war so positiv, dass sich die Initiatoren entschlossen haben, diese Einladungen zur ständigen Einrichtung zu machen. Für das Jahr 2005 ist die Einladung für den 5. August geplant mit einem Besuch der Oper Nabucco von Verdi anlässlich der Opernfestspiele der Arena di Verona.

Da München und Verona Partnerstädte sind und die Stadt Verona sich auch um die deutschen Schülergruppen bemüht, haben sich die Initiatoren des Weiteren dazu entschlossen, 2005 im Gegenzug eine Gruppe Veroneser Grundschüler nach München zu den Opernfestspielen einzuladen, vorgesehen ist die Aufführung der Oper Falstaff von Verdi am 3. Juli 2005.

Ausschlaggebend für diese Entscheidungen war aber nicht nur die große Resonanz bei Eltern und Schülern anlässlich der ersten Einladung, sondern vor allem die Argumentation von Frau Heidi Haenisch, der Rektorin der Volksschule Jenaer Straße, als sie schrieb: …Haben Sie nochmals herzlichen Dank, auch im Namen unserer Kinder. Es ist großartig, dass jemand, ohne viel Worte zu machen, handelt und unseren Kindern eine Art von Bildung zukommen lässt, von der wir als Lehrer nur träumen können. Nur durch die direkte Berührung mit der Kunst kann Liebe zur Kunst erwachsen. In einer Zeit, wo alle Leute von Bildung reden und die Defizite der Schüler durch die verschiedensten Studien bloßgelegt werden, gibt es kaum Menschen, die, obschon sie dazu in der Lage wären, diese Art von modernem Mäzenatentum pflegen, deshalb ist Ihre Entscheidung äußerst bewundernswert.

In Zukunft ist geplant aus dieser Initiative eine Stiftung zu machen, um den Fortbestand der Initiative langfristig zu gewährleisten.

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